Hinweise zur richtigen Pflege von Wegeseitenräumen und Grünflächen

Es ist März und der Frühling ist langsam im Anmarsch. Die Blumen stecken ihre Köpfe aus der Erde, man erwacht morgens mit fröhlichem Vogelgezwitscher und auch die Insekten werden langsam aktiv.

Doch mit dem stetigen Rückgang von natürlichen Lebensräumen schwindet auch die Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen. Umso wichtiger ist es, einen wesentlichen Beitrag für das Landschaftsbild und zum Erhalt der Biodiversität zu leisten.

Für die Insekten bieten bunte Wegeseitenräume, Hecken, Sträucher, Büsche und Wiesen einen wichtigen Lebensraum. Auch Vögel, Reptilien, Amphibien und kleine Säugetiere finden hier Nahrung und Schutz für ihren Nachwuchs.

Für den Schutz und die Förderung der Artenvielfalt gilt es folgende gesetzliche Bestimmungen zu beachten:

Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG)
Generell gilt: Jeder soll nach seinen Möglichkeiten zur Verwirklichung der Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege beitragen und sich so verhalten, dass Natur und Landschaft nicht mehr als nach den Umständen unvermeidbar beeinträchtigt werden (§ 2 BNatSchG).

Gemäß § 44 BNatSchG ist es verboten, „wild lebenden Tieren der besonders geschützten Tierarten und europäischen Vogelarten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören. Die Tiere dürfen während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterung und Wanderzeiten nicht erheblich gestört werden. Die Fortpflanzungs- oder Ruhestätten dieser Tiere dürfen nicht aus der Natur entnommen, beschädigt oder zerstört werden.“

Das bedeutet zum Beispiel, dass ein unnötiges Befahren von ungestörten und schützenswerten Flächen und andere Störungen zu vermeiden sind. Vogelnester dürfen nicht entfernt werden.

Verbotszeiträume des BNatSchG beachten
In § 39 BNatSchG heißt es: „Es ist verboten, Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden oder auf Stock zu setzen. Zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen. Röhrichte dürfen außerhalb des oben genannten Zeitraumes nur in Abschnitten zurückgeschnitten werden.“

Der Verbotszeitraum vom 1. März bis zum 30. September gilt für Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze für jeden Bürger uneingeschränkt und dient dazu, dass die Vögel nicht beim Nestbau oder bei ihrem Brutgeschäft gestört werden.

Das Abbrennen der Bodendecke auf Wiesen, Feldrainen, Hochrainen und ungenutzten Grünflächen sowie an Hecken und Hängen ist ebenfalls gemäß § 39 BNatSchG verboten. Weiterhin ist es verboten, nicht land-, forst- oder fischereiwirtschaftliche Fläche so zu behandeln, dass die Tier- und Pflanzenwelt erheblich beeinträchtigt wird.

Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit
Es wird darauf hingewiesen, dass das Niedersächsische Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung (NWaldLG) die Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit für den Zeitraum vom 1. April bis zum 15. Juli eines jeden Jahres festlegt.

Mähen von Wegeseitenräumen und Grünflächen
Das Mähen von Wegeseitenräumen innerhalb der Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit ist zur Erfüllung der Verkehrssicherungspflicht zulässig. Für alle anderen Grünflächen sollte das Mähen zum Schutz der Tiere und Pflanzen auf ein Minimum beschränkt werden. Mahdtermine sind so zu planen, dass zum Beispiel bodenbrütende Vögel nicht gestört werden und Blühkräuter aussamen können. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen empfiehlt, Grünflächen erst ab dem 15. Juli zu mähen.

In der Zeit von Oktober bis Februar eines jeden Jahres bieten sich optimale Termine für Pflegearbeiten im Einklang mit den Vorgaben des Naturschutzrechts an, wo solche Arbeiten erforderlich sind.

Mit der Einhaltung dieser Bestimmungen können Wegeseitenränder, Hecken und Grünflächen zu einem Naturerlebnis werden. Außerdem wird das Landschaftsbild bereichert und die Artenvielfalt gefördert.