Hinweise zur richtigen Pflege von Wegeseitenräumen und Grünflächen

Der Frühling ist im Anmarsch. Die Blumen stecken ihre Köpfe aus der Erde, man erwacht morgens mit fröhlichem Vogelgezwitscher und auch die Insekten werden langsam aktiv.

Doch mit dem stetigen Rückgang von natürlichen Lebensräumen schwindet auch die Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen. Umso wichtiger ist es, einen wesentlichen Beitrag für das Landschaftsbild und zum Erhalt der Biodiversität zu leisten.

Für die Insekten bieten bunte Wegeseitenräume und Wiesen einen wichtigen Lebensraum. Auch Vögel, Reptilien, Amphibien und kleine Säugetiere finden hier Nahrung und Schutz für ihren Nachwuchs.

Folgende gesetzliche Bestimmungen sind zu beachten, damit Wegeseitenränder und Grünflächen zu einem Naturerlebnis werden:

Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG)
Generell gilt: JEDER soll nach seinen Möglichkeiten zur Verwirklichung der Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege beitragen und sich so verhalten, dass Natur und Landschaft nicht mehr als nach den Umständen unvermeidbar beeinträchtigt werden (§ 2 BNatSchG)!

Gemäß § 44 BNatSchG ist es verboten, „wild lebenden Tieren der besonders geschützten Tierarten und europäischen Vogelarten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören. Die Tiere dürfen während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten nicht erheblich gestört werden. Die Fortpflanzungs- oder Ruhestätten dieser Tiere dürfen nicht aus der Natur entnommen, beschädigt oder zerstört werden.“

Das bedeutet zum Beispiel, dass ein unnötiges Befahren von ungestörten und schützenswerten Flächen und andere Störungen zu vermeiden sind. Vogelnester dürfen nicht entfernt werden.

Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit
Mähen von Wegeseitenräumen und Grünflächen
Das Mähen von Wegeseitenräumen innerhalb der Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit vom 1. April bis 15. Juli ist ausschließlich zur Erfüllung der Verkehrssicherungspflicht zulässig. Für alle anderen Grünflächen sollte das Mähen zum Schutz der Tiere und Pflanzen auf ein Minimum beschränkt werden. Mahdtermine sind so zu planen, dass zum Beispiel bodenbrütende Vögel nicht gestört werden und Blühkräuter aussamen können. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen empfiehlt, Grünflächen erst ab dem 15. Juli zu mähen.